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Die Geschichte der Alten Kirche

akschlDie Alte Kirche am Markt ist zusammen mit dem Kloster Frenswegen Nordhorns ältestes Baudenkmal. Sie wurde am 6. Juli 1445 gleichzeitig mit der Frenswegener Klosterkirche durch Weihbischof Johannes Fabri geweiht. Fast 4000 Gäste sollen sich damals in der Stadt versammelt haben, für Nordhorn mit seinen etwa 800 Einwohnern ein großartiges Ereignis.
Ludgerius war um das Jahr 800 Bischof von Münster und gilt als Gründer vieler Kirchen. Zum damaligen wie auch zum heutigen Kirchspiel Nordhorn gehören die Stadt Nordhorn mit den inzwischen eingemeindeten Bauernschaften Bakelde, Bookholt, Bimolten, Hohenkörben, Hesepe und Frensdorf.
Bis zur Reformation gehörte die Kirche zum Bistum Münster. Im Jahre 1544 trat die Grafschaft zum lutherischen Bekenntnis über und nahm 1588 zusammen mit den übrigen Grafschafter Gemeinden das reformierte Bekenntnis an.
1950 / 1951 wurde die Neue Kirche erbaut. 1956 kam die Bookholter Kirche hinzu.

Falls Sie sich ausführlicher über die Reformierte Kirche und ihre Bekenntnisse informieren wollen, dann finden sie mehr unter: www.reformiert.de und www.reformiert-info.de.

Evangelisch-reformiert – was heißt das eigentlich?

Als Martin Luther im Jahre 1517 die 95 Thesen an die Tür de Schlosskirche zu Wittenberg anschlug, beabsichtigte er nicht, eine neue Kirche zu gründen. Er wollte die bestehende reformieren, das heißt von den im Laufe der Jahrhunderte hinzugekommenen zeitgebundenen Aussagen und Lehren befreien und zurückführen zur Bibel. Diese Rückfrage nach der allein gültigen Wahrheit des Wortes Gottes muss sich die Kirche immer wieder stellen. Deshalb heißt die evangelisch-reformierte Kirche „ecclesia reformata semper reformanda“, die reformierte immer wieder zu reformierende Kirche. Sie gründet sich auf keinen Menschen, auf keinen Heiligen auf keinen Reformator, sondern allein auf Jesus Christus. Deshalb finden wir im Namen auch keinen Hinweis auf die Reformatoren Zwingli und Calvin, obwohl die reformierte Kirche aus diesem Zweig, dem Schweizer Zweig der Reformation, hervorgegangen ist.
Reformierte Kirchen gehören, abgesehen von einigen Ländern wie z. B. Schweiz, Holland, Schottland und Amerika, zu den Minderheitskirchen. Im Deutschen Reich galt für sie die freie Religionsausübung erst seit dem Westfälischen Frieden von 1648 (Ende des 30-jährigen Krieges, Friedensschluss in Osnabrück und Münster). Doch auch danach hatten die reformierten Gemeinden immer wieder mit Schwierigkeiten zu rechnen.

… was ist äußerlich für die Kirche wichtig?

Das Kirchengebäude ist der Versammlungsraum der Gemeinde. Hier feiert sie ihre Gottesdienste. Es ist kein sakraler, kein heiliger Raum. Hieran wird deutlich, dass Gott an keinem Raum gebunden ist, sondern unterwegs ist mit der lebendigen Gemeinde. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Predigt des Wortes Gottes. Dieses Wort ist uns immer wieder neu zu sagen. Die Beteiligung der Gemeinde geschieht im gemeinsamen Hören und danach Handeln, im gemeinsamen Beten, Singen und Geben.
Wir finden in einer reformierten Kirche um des Vorrangs der lebendigen Predigt des Wortes Gottes Willen im Allgemeinen keine Bilder und keine symbolischen Darstellungen gemäß dem – damit sicher noch nicht erfüllten – zweiten Gebot biblischer Zählung: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein efernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied, an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten“.

… welche Bedeutung haben die Sakramente?

Die Sakramente  – Taufe und Abendmahl – dienen zur Unterstreichung des Wortes und sind nicht als aus sich selbst heraus wirksame Handlungen zu verstehen. Statt eines Altars steht in der reformierten Kirche ein Abendmahlstisch. Die Gemeinde feiert um diesen Tisch herum im Gedächtnis an das einmalige Opfer Jesu Christi am Kreuz auf Golgatha und im Ausblick auf sein Wiederkommen das Abendmahl mit Brot und Wein. Die Austeilung des Abendmahls erfolgt in unserer Gemeinde durch das Herumreichen des Tellers mit dem gebrochenen Brot und der Austeilung des Weins bzw. des Traubensaftes in Einzelkelchen. Die Taufe geschieht im Gottesdienst in Gegenwart der Gemeinde. Neben der Kindertaufe steht gleichberechtigt die Erwachsenentaufe.

… gibt es ein evangelisch-reformiertes Bekenntnis?

Neben der heiligen Schrift Alten und Neuen Testament gibt es kein einheitliches reformiertes Bekenntnis. In der Evangelisch-reformierten Kirche gelten als Bekenntnisbuch der Heidelberger Katechismus von 1563 und die „Barmer Erklärung“ von 1934.
Die Evangelisch-reformierte Kirche ist Mitglied des Reformierten Bundes und des Reformierten Weltbundes, ist Gliedkirche der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und sie gehört zu den Unterzeichnern der „Leuenberger Konkordie“, einer Vereinigung über Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen reformierten, lutherischen und unierten Kirchen.

… was bedeutet das presbyterial – synodale Prinzip?

Der Gemeindeaufbau in den reformierten Gemeinden geschieht von „unten nach oben“. In der Verfassung heißt es in §4 u. a. „Keine Gemeinde darf über andere Gemeinden und kein Gemeindeglied darf über andere Gemeindeglieder den Vorrang oder die Herrschaft beanspruchen“.
Die Leitung der Gemeinde erfolgt durch den örtlichen Kirchenrat. Ihm obliegt die Leitung der Gemeinde in geistlichen wie auch materiellen Fragen. Der Kirchenrat setzt sich aus den gewählten Pastorinnen / Pastoren und Ältesten zusammen. Dem Nordhorner Kirchenrat gehören zur Zeit 31 Älteste (einschließlich der Pastoren) an. Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Nordhorn lebt in synodaler Gemeinschaft mit den übrigen reformierten Gemeinden der Region. Die Ökumene ist ihr ein wichtiges Anliegen.